Forschung
Sowohl in Deutschland als auch in Finnland gibt es vielfältige Ansätze, Kinder und Jugendliche auf kommunaler Ebene zu beteiligen. Internationale und nationale rechtliche Bestimmunen sichern in unterschiedlicher Verbindlichkeit jungen Menschen Partizipationsrechte zu. Das neue finnische Jugendgesetz schreibt beispielweise zwingend eine Beteiligung junger Menschen an allen sie betreffenden Angelegenheiten vor; eine ähnliche Bestimmung hat das Land Schleswig-Holstein in seiner Gemeindeordnung aufgenommen. Andere deutsche Bundesländer verankern die Beteiligungsrechte als Soll- oder Kann-Bestimmung ebenfalls in der Gemeindeordnung.
Trotz dieser gesetzlichen Verankerung ist es längst noch nicht Normalität, dass die demokratischen Mitbestimmungsrechte von Kindern und Jugendlichen umgesetzt werden, und dort, wo es geschieht, lässt häufig die Qualität der Beteiligung zu wünschen übrig.
Zielsetzung der Forschungskooperation
Vor dem Hintergrund dieser Ausgangslage soll in einer deutsch-finnischen Forschungskooperation folgendes erarbeitet werden:
- Qualitätskriterien für lokale und regionale Beteiligungsvorhaben
- Eine vergleichende Ist-Analyse zum Umsetzungsstand der Jugendpartizipation [auf der Basis vorhandener empirischer Studien]
- Handlungsempfehlungen für Deutschland und Finnland
Übergeordnete Zielsetzung ist es, in beiden Ländern einen Beitrag zur Verankerung der Kinder- und Jugendbeteiligung zu leisten. Es ist zu erwarten, dass durch den Austausch zwischen beiden Ländern die jeweilige nationale Perspektive erheblich erweitert werden kann. Gleichzeitig wird angestrebt, dem europäischen Diskurs weitere Impulse zu geben.
Produkte der Forschungskooperation:
- ein abgestimmter Qualitätsrahmen für lokale und regionale Beteiligungsvorhaben
- ein vergleichender Länderbericht, der Beispiele guter Beteiligungspraxis umfasst und möglichst auch die Auswirkungen unterschiedlicher rechtlicher Rahmenbedingungen beleuchten soll
- Handlungsempfehlungen für erforderliche nächste Entwicklungsschritte in beiden Ländern.
Bei der Umsetzung der Forschungskooperation erfolgt eine enge Vernetzung mit den beiden anderen Unterarbeitsarbeitsgruppen, die sich im Rahmen der deutsch-finnischen Kooperation zu den Themen „Repräsentative Formen der Jugendbeteiligung“ und „Städtenetzwerk zur Praxis der Jugendbeteiligung in deutschen und finnischen Kommunen“ gebildet haben. Insbesondere von der Zusammenarbeit mit dem sich konstituierenden Städtenetzwerk sind Synergieeffekte zu erwarten.
Mitglieder der Arbeitsgruppe
Deutschland:
- Eva Feldmann-Wojtachnia, Forschungsgruppe Jugend und Europa, CAP, München
- Sigrid Meinhold-Henschel, Bertelsmann Stiftung, Gütersloh
- Prof. Dr. Roland Roth, Hochschule Magdeburg-Stendal
Finnland:
- Pia Tasanko, State Provincial Office of Southern Finland
- Tomi Kiilakoski, University of Tampere
- Anu Gretschel, PhD, Finnish Youth Research Network
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