Vieles ähnlich, manches anders.
Von VERSTAERKER • 10. Dezember 2009 • Kategorie: STIPPVISITE FINNLANDNach einer knappen Woche Finnland stellen wir fest, dass sich Finnland und Deutschland gar nicht so stark unterscheiden. Es gibt ähnliche Geschäfte, Weihnachtsmärkte, im Internet surfende Jugendliche, ähnliche Probleme in der Schule, eine vergleichbare Mentalität der Leute, außerdem sind viele gesellschaftliche und politische Dinge wie Militärdienst oder staatliche Organisation ähnlich. Doch bei allen Gemeinsamkeiten gibt es natürlich auch einige finnische Besonderheiten, die wir vier sicherlich besonders im Gedächtnis behalten werden.

1. Sauber: Schuhbürste schon am Hauseingang
Man findet sie vor vielen Häusern und Geschäften: Eine Art Bürste, um bei Matsch und Schnee die Schuhe sauberzumachen, bevor man ins Geschäft oder ins Haus reingeht. Eigentlich ist es keine Schuhbürste, sondern eine etwas eigenwillige Konstruktion aus den Bürsten von handelsüblichen Besen. Sie sind so montiert, dass die eine Bürste den Schuh von unten, die andere von links und die dritte von rechts reinigt. Sehr praktisch!

2. Intim: die Minidusche für die Damen
In allen modernen Badezimmern gibt es neben dem Waschbecken noch einen weiteren Duschschlauch mit einer kleinen Brause vornedran. Wir haben uns lange gefragt, wozu. Die Antwort: Die Brause ist für weibliche Intimhygiene gedacht. Das setzt natürlich voraus, dass es in den Badezimmern eine Vertiefung gibt, wo das Wasser abfließen kann. Gibt’s natürlich.
3. Konsequent: Verzicht auf 1- und 2-Cent-Münzen
In Finnland gibt es den Euro, klar. Aber die 1- und 2-Cent-Münzen werden fast nie verwendet. Zwar gibt es in den Supermärkten nicht nur Preise in Fünferschritten, aber wenn an der Kasse eine kleine Summe erreicht wird, dann wird entweder auf- oder abgerundet. Daher sind die 1- und 2-Cent-Münzen in Finnland äußerst selten, sie gelten als Sammlerstücke und sind deshalb heiß begehrt. Man bekommt sie teuer in Sammlerläden und bei der finnischen Zentralbank.
4. Gewagt: Das längste finnische Wort
Es hat 61 Buchstaben, etwa drei Mal die Länge des deutschen ABCs: Lentokonesuihkuturbiinimoottoriapumekaanikkoaliupseerioppilas. OK, das ist ganz schön lang und ungefähr genauso schwer zu übersetzen. Selbst unsere finnischen Gastegeber hatten ihre Schwierigkeiten damit. Offenbar heißt es so viel wie: Flugzeugturbinenmotoringenieursassistent-Hauptgefreiter. Das ist nicht sehr sinnvoll, aber lang. Ach ja: Wir Deutschen haben übrigens kein längstes Wort. Aber man kann es mit der Aneinanderreihung von Substantiven versuchen. Dadurch wird’s zwar nicht verständlicher, aber auch sehr lang.
von Demian von Osten
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